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Es war
angerichtet im Carl-Benz-Stadion: Erster gegen Zweiter, die beiden besten
Abwehrreihen der Oberliga BaWü (12 Gegentore SVW – 7 Gegentore Ulm)
gegeneinander, sowie zwei Teams, die bei der Frage nach ihrer letzten
Niederlage wohl erst einmal ein wenig bezüglich der Antwort überlegen
mussten. Elf Spiele in Serie waren die Blau-Schwarzen vor der Begegnung ohne
Niederlage geblieben, die Gäste aus Ulm sogar stolze dreizehn Begegnungen
und bei beiden Teams hatte erst ein Trainerwechsel für den jeweiligen
Umschwung gesorgt. Sollte die Partie also nicht Unentschieden ausgehen,
würde eine dieser beindruckenden Serien reißen.
6.689
Zuschauer (die größte Nicht-Derby-Heimspielkulisse seit dem
08.04.2004 gegen
den FC Nöttingen (4.700)) bildeten einen beeindruckenden Rahmen zu
diesem Spitzenspiel und die Fans des SV Waldhof unter ihnen dürften ihr
Kommen an diesem Tag wahrlich nicht bereut haben.

Dabei sah es zunächst
alles andere als nach einem Erfolg für die Blau-Schwarzen aus, denn die
fanden, sichtlich beeindruckt durch das laufstarke Ulmer Mittelfeld und gut
vorgetragenes Pressing, nur schwer in die Begegnung und konnten sich beim
Ulmer Torjäger Miguel Coulibaly bedanken, dass er, nachdem er den aus seinem
Tor eilenden Daniel Tsiflidis bereits
ausgespielt hatte, den Ball aus 15 Metern weit neben das leere Tor
beförderte. Eine Torchance der Marke „100 Prozent“ zwar, die jedoch ein
Gutes hatte, denn sie schien die Conrad-Elf aus ihrem leichten Winterschlaf
geweckt zu haben. Die bis dahin von ihren Gegenspielern völlig aus dem Spiel
genommenen Christof Babatz und vor allen
Dingen Thomas Ollhoff konnten sich nun im
zentralen Mittelfeld zusehends besser in Szene setzen und der bis dahin
erste wirklich gelungene Angriff bescherte dann in Spielminute 35 den Gästen
etwas, dass sie in dieser Spielzeit, wie erwähnt, nur äußerst selten
miterleben mussten: ein Gegentor. Ein weiter Pass von
Thomas Ollhoff aus dem Mittelfeld heraus fand
Daniel Reule im Ulmer Strafraum und dieser
schob
flach aus neun Metern aus der Drehung überlegt ins lange Eck ein. Ein
Treffer, bei dem Ulms Keeper Betz zwar sprichwörtlich „alt“ aussah, eine
Mitschuld war ihm jedoch wohl nicht anzulasten. Die Gäste zeigten sich
hiervon jedoch unbeeindruckt und zogen weiterhin ihr Spiel, das vor allen
Dingen darauf ausgerichtet schien, die Anspielstationen der Blau-Schwarzen
im Mittelfeld konsequent zu stören und hierdurch eigene Angriffsaktionen zu
inszenieren, durch. Die Conrad-Elf hatte sich nun jedoch zusehends besser
hierauf eingestellt und entwickelte mehr Zug zum Tor, ohne jedoch zu
nennenswerten Gelegenheiten zu kommen, was auch daran lag, dass die Abwehr
der Gäste ein ums andere Mal demonstrierte, weshalb sie zuvor erst sieben
Gegentreffer zugelassen hatte. Ihr Gegenpart auf Waldhöfer Seite stand dem
jedoch in Nichts nach, denn auch dort hatte man sich nun besser auf die
Ulmer Spielweise eingestellt und ließ keine Gelegenheit der Gäste mehr zu.
Vom Anpfiff der zweiten
Spielhälfte weg drängten dann die Gäste aus Oberschwaben zwar vehement auf
den Ausgleich, scheiterten jedoch immer wieder an der gut postierten
Waldhöfer Verteidigung (sehr stark: Crone gegen Coulibaly). Beim SV Waldhof
lief der Ball jetzt im Mittelfeld deutlich besser und nun stellten sich auch
endlich die mittlerweile fast schon gewohnten Ballstafetten über sechs,
sieben Stationen ein. Vor allen Dingen spielerisch und teilweise auch
technisch waren die Blau-Schwarzen ihrem Gegner nun überlegen, ohne jedoch
zunächst zu zwingenden Torchancen zu kommen, da der finale Pass in die
Spitze zu selten ankam. Für Gefahr sorgten allenfalls Standards und ein
solcher hätte in der 68. Spielminute beinahe zur Vorentscheidung geführt,
doch ein Freistoß von Thomas Ollhoff aus ca. 20 Metern streifte nur das
Außennetz. Die Gäste erhöhten dann zusehends den Druck und tauchten einige
Male gefährlich im und am Strafraum des SVW auf, ernsthaft geprüft wurde
Daniel Tsiflidis jedoch nicht mehr. Auf der anderen Seite hatte die
Conrad-Elf, die sich nun zusehends auf die Sicherung des eigenen Tores
verlegte, zwar einige gute Konterchancen, doch wenn man in den letzten Monaten
beim SV Waldhof eines kritisieren muss, dann ist es die Verwertung eben
solcher Chancen, denn viel zu oft wurde auch in diesem Spiel ein Konter
nicht konsequent zu Ende gespielt und der Ball leichtfertig, teilweise schon
im Ansatz, vergeben. Kevin Wittke hatte es
dann in Spielminute 82 in der Hand, die Nerven der Zuschauer frühzeitig zu
beruhigen und die Begegnung endgültig zu entscheiden, doch mit seinem Schuss
aus acht Metern traf er genau Ulms Keeper Betz, der hierdurch parieren
konnte.
41 Punkte, 30:12 Tore,
zwölf Spiele in Serie ungeschlagen und (sollte Freiburg II in seinem
Nachholspiel in Villingen nicht mit zwei Treffern Differenz gewinnen)
Tabellenführer - die Bilanz des SV Waldhof zur Winterpause kann sich
wahrlich sehen lassen. Wer hätte dies, seien wir mal ehrlich, nach dem
eher holprigen Start in die Saison unter
Steffen Menze gedacht? Mit der Verpflichtung des bis dahin relativ
unbekannten Alexander Conrad auf der
Trainerposition ist den Verantwortlichen wahrlich ein Volltreffer gelungen.
Vielleicht der Entscheidende in der jüngeren Vereinsgeschichte nach dem
Zweitligaabstieg.
Bleibt nur zu hoffen,
dass die Blau-Schwarzen in der Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde von
Verletzungen verschont bleiben und nach der Pause gut aus dem Startlöchern
kommen, damit das Waldhöfer "Wintermärchen" ab Mitte Februar seine Fortsetzung
findet.
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Wenn
es in der Oberliga Baden-Württemberg Teams gibt, die man als
"Lieblingsgegner" des SV Waldhof bezeichnen kann, dann zählt hierzu
auf alle Fälle der SV Linx, gegen den die Blau-Schwarzen vor der
heutigen Partie in vier Begegnungen vier Siege zu verzeichnen hatten.
Ganz dieser "Tradition" folgend konnte die Elf von
Alexander Conrad ihre
beeindruckende Erfolgsbilanz unter besagtem Coach ausbauen und drei
wichtige Zähler um Kampf um die Qualifikation für die vierte Liga mit
nach Mannheim nehmen.
Vor 1.020 Zuschauern im Hans-Weber Stadion
(davon ca. 500 Anhänger des SV Waldhof) entwickelte sich bei
regnerischem Wetter von Beginn an eine muntere Partie, in der die
Gastgeber sich nicht ausschließlich auf die strikte Defensive
verlegten, sondern selbst den Weg in Richtung gegnerisches Tor suchten
und die Begegnung durch engagiertes Auftreten und gut vorgetragenes
Pressing stellenweise sogar beherrschten. Der SV Waldhof brauchte
verhältnismäßig lange, um ins Spiel zu finden und kam erst in
Spielminute 26 zu seiner ersten erwähnenswerten Torchance durch
Daniel Reule, dessen Kopfball neben das
Tor ging. Ansonsten war in Punkto Offensive bei den Blau-Schwarzen
viel zu oft Leerlauf angesagt und nur selten lief der Ball auch einmal
über mehrere Stationen in Richtung des Linxer Gehäuses. Sozusagen "aus
dem Nichts" und zu einem, wie man so schön sagt "psychologisch
wichtigen Zeitpunkt", dann fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff die
Führung für den SVW durch Reule, der nach schöner Hereingabe von
Kevin Wittke aus fünf Metern per Kopf
erfolgreich war.
Dieser Treffer verlieh dem Spiel der
Blau-Schwarzen dann deutlich mehr Sicherheit und nach wiederum einigen
Anlaufschwierigkeiten in der zweiten Spielhälfte war es dann in der
60. Spielminute Janis Crone, der mit der
per Kopfball aus kurzer Distanz nach einer Flanke von
Thomas Ollhoff für die Vorentscheidung
sorgte. Während die Gastgeber, die sich nun augenscheinlich geschlagen
gaben, dann bis zum Abpfiff ohne jegliche Torchance blieben, ließen
die Blau-Schwarzen einige gute Konterchancen ungenutzt und kamen durch
einen Freistoß von Christof Babatz der
nur knapp am Tor vorbeiging (83.) nur noch zu einer erwähnenswerten
Gelegenheit.
Aber sei´s drum, durch das Remis des
kommenden Heimgegners SSV Ulm gegen die zweite Vertretung der TSG 1899
Hoffenheim kann der SV Waldhof nun in der Tabelle erneut vom "Platz an
der Sonne" grüßen und das, im Vergleich zum vorigen Wochenende, sogar
für mehr als eine Nacht. Lässt man zudem außer Betracht, dass der
Tabellendritte SC Freiburg II mit derzeit 35 Punkten ein Spiel weniger
ausgetragen hat, können sich die Blau-Schwarzen sogar defacto als
"Herbstmeister" bezeichnen.
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