Missglückter
Einstand für Hans Hein als neuer
Chefcoach des SV Waldhof. Mit 2:3 quittierten die Blau-Schwarzen gegen
Normannia Gmünd
eine zwar etwas unglückliche, jedoch letztendlich vollkommen verdiente
Heimniederlage und wiesen hierbei einmal mehr nach, dass der aktuelle Kader
höchstens tristes Mittelmaß in der Oberliga BaWü darstellt!
Zum Spiel: Die
offiziell anwesenden 1.500 zahlenden Zuschauer (die Dauerkarten mit
eingerechnet) staunten bei der Verkündung der Aufstellungen nicht schlecht.
Für die erste Überraschung hatte Hein bereits vor dem Anpfiff gesorgt, indem
er im Tor A-Jugend-Keeper Christopher Gäng den Vorzug gegenüber
Marius Todericiu gab.
Am jungen Keeper lag es jedoch nicht, dass die mit drei Stürmern offensiv
aufgestellten Blau-Schwarzen von Beginn an massive Probleme offenbarten,
wenn es darum ging, auch nur einigermaßen konstruktiv den Weg in Richtung
gegnerisches Gehäuse zu suchen. Das vor allen Dingen im Mittelfeld
dargebotene,
viel zu pomadige und mit unzähligen Abspielfehlern behaftete Gekicke zeigte
wieder einmal, dass eines der grundlegenden Probleme des Teams in dieser
verkorksten Saison im Spielaufbau liegt.
Immerhin beruhigend zu sehen war es, dass
Hans Hein, (im Gegensatz zu
seinigen beiden Vorgängern in dieser Saison) auf schlechte Leistungen auf
dem Platz notgedrungen auch mit frühzeitigen Auswechslungen reagiert. Erstes
Beispiel hierfür war heute Evans Wise, der nach
einem katastrophalen Auftritt mit einer geschätzten Quote von 10 Prozent
gewonnener Zweikämpfe und Fehlpässen bzw. Stellungsfehlern am laufenden Band
den Rasen in Minute 36 für Deniz Yilmaz
verlassen durfte. Wären die gleichen Maßstäbe bereits in der Vorrunde
angelegt worden, hätte Wise wohl selten ein
Spiel auf dem Platz beendet.
So war es denn auch nicht verwunderlich, dass die erste Chance der Partie
die ansonsten auch wenig überzeugenden Gäste aus Gmünd hatten, die mit einem
Kopfball aus ca. 6 Metern jedoch am gut reagierenden
Gäng scheiterten.
Die erste nennenswerte Gelegenheit des SV Waldhof führte dann nach 38
Minuten auch gleich zur Führung durch den heute stark aufspielenden
Gilles Ekoto-Ekoto, der nach schöner Vorarbeit
von Marcel Rath den Ball aus ca. einem Meter nur
noch über die Linie zu bugsieren brauchte.
Dass es den Blau-Schwarzen in dieser Spielzeit leider selten vergönnt
ist, eine Partie vollzählig zu beenden zeigte sich dann nur eine Minute vor
dem Halbzeitpfiff. Georgi Donkov, der nach
einer Handballeinlage (er wollte unsinnigerweise eine Hereingabe mit der
Hand ins Tor bugsieren) bereits mit der gelben Karte verwarnt war, liefert
sich in Höhe der Trainerbänke ein im Grunde genommen harmloses Kopfballduell
mit einem Gegenspieler und berührt diesen in der Luft leicht mit dem
Ellenbogen. Dies jedoch legt der (nett ausgedrückt) wenig sicher leitende
Schiedsrichter als absichtlichen Ellenbogenstoß aus und schickt
Donkov per Ampelkarte vom Feld.
Die zweite Spielhälfte zeigte dann anfänglich einen, wohl auch aufgrund
des Platzverweises, bedeutend defensiver agierenden SV Waldhof, der den
Gästen weitgehend das Mittelfeld überließ und über Konter den Erfolg suchen
wollte. Diese Taktik schien zunächst auch glänzend aufzugehen, denn Gmünd
fiel in der Offensive auch weiterhin so gut wie gar nichts ein, so dass
Gäng angenehm
beschäftigungslos blieb und die Blau-Schwarzen selbst zeigten in der 63.
Spielminute, dass sie doch tatsächlich in der Lage sind, einen Konter auch
einmal erfolgreich abzuschließen. Da nämlich bediente der wohl beste
Waldhöfer am heuten Tag, Gilles Ekoto-Ekoto,
den mitgeeilten Deniz Yilmaz zielgenauen
per flacher Hereingabe von der rechten Seite und
Yilmaz hatte wenig Mühe den Ball aus
kurzer Distanz einzunetzen.
Alles lief also auf einen zwar mühsamen aber nicht unverdienten
Heimerfolg für den SV Waldhof hinaus. Dessen sicher schien sich zumindest
Hans Hein gewesen zu sein, der nur zwei
Minuten später unverständlicherweise mit
Ekoto-Ekoto seinen besten Akteur an diesem Tag auswechselte und für ihn
den in seinen bisherigen Auftritten wenig bis gar nicht überzeugenden
Alfredo Branco Novaes aufs Feld schickte.
Bis zur 76. Minute ging trotz weiterhin etlicher Fehlpässe und
Stellungsfehler auch alles gut, dann jedoch zeigte wieder einmal die
Defensive der Blau-Schwarzen, dass auch sie in der Lage ist, in kollektiven
Tiefschlaf zu verfallen. Eine andere Erklärung dafür, warum sich Gmünder
Vetter gegen gleich drei(!) Gegenspieler durchsetzen und mit einem beherzten
Schuss von der Strafraumgrenze den Anschlusstreffer erzielen konnte, mag
einem nämlich nicht einfallen.
Als Hein dann nur zwei Minuten später
mit Marcel Rath auch seinen zweiten etatmäßigen
Stürmer auswechselte (für ihn kam
Valon Muja aus dem
Landesliga-Team) war die offenbar geplante taktische Marschroute bis zum
Abpfiff (Defensive total und vorne hilft der liebe Gott) wohl jedem klar.
Blöd nur, dass da die Gäste aus Gmünd nicht so ganz mitspielten, denn
diese kamen nun immer stärker auf und nutzten nun auch vermehrt die
Stellungs- und Abspielfehler der Blau-Schwarzen, die in der 83. Minute für
ihr nun stellenweise unterirdisches Gekicke erneut bestraft wurden. Nach
einer hohen Hereingabe von der rechten Seite brauchte da nämlich der kurz
vorher eingewechselte Krätschmer aus ca. 6 Metern nur den Kopf hinzuhalten
und hatte so wenig Mühe zum, inzwischen verdienten, 2:2 auszugleichen.
Fast hätte der Tag dann für den SV Waldhof doch noch ein glückliches Ende
nehmen können, doch brachte es der bei seinem Kurzauftritt vollkommen
indisponierte Novaes fertig, nach einem Alleingang auf den gegnerischen
Kasten den Ball leichtsinnig und planlos zu vertändeln.
So kam es letztendlich, wie es wohl kommen musste. In der 90. Minute
setzt zunächst ein Gmünder den Ball freistehend ans Außennetz, was den
Schiedsrichter dazu veranlasst, auf Eckball(!) für Gmünd zu entscheiden. Nach
Hereingabe des Eckballs kommt es im Strafraum der Blau-Schwarzen dann zu
einem wahren Scheibenschießen, dass letztendlich Kasunic zum 2:3 vollendet.
Fazit:
Der heutige Auftritt wird hoffentlich auch dem letzten
Aufstiegs-Theoretiker deutlich vor Augen geführt haben, dass der SV Waldhof
in dieser Saison allenfalls Mittelmaß in der Oberliga darstellt.
Mit einer solchen "Leistung" wie am heuten Tag werden es die
Blau-Schwarzen zudem schwer haben, in den verbleibenden Spielen mehr als die
heute anwesenden 1.500 Zuschauer ins C-B-S zu
locken.
Verletzte hin oder her, so darf man sich in einem Heimspiel (auch mit
einem Spieler weniger) stellenweise einfach nicht vom Gegner vorführen
lassen. Wer nicht in der Lage ist, nach einer 2:0-Führung zumindest einen
Punkt auf dem eigenen Platz zu behalten und nach einem Anschlusstreffer in
der Defensive wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen über den Platz irrt, der
hat in der Spitzengruppe der Oberliga einfach nichts verloren.
Positiv zu bewerten waren heute alleinig die Auftritte von
Christopher Gäng, der in seinem allerersten Spiel in der Oberliga eine ansprechende
Leistung zeigte und von Gilles Ekoto-Ekoto, der
seine beiden Sturmpartner leistungsmäßig klar hinter sich ließ.
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