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Einen
Punkt gewonnen oder zwei Zähler verloren? Die Fans im Lager der
Blau-Schwarzen dürften bezüglich dieser Frage nach der Partie durchaus
unterschiedlicher Meinung gewesen sein.
Nimmt man den Spielverlauf der ersten 60 Minuten zum Maßstab, so müsste man
wohl von im Endeffekt zwei verlorenen Punkten ausgehen.
Eine gute Stunde lang nämlich hatten die Blau-Schwarzen auf dem äußerst
schwer zu bespielendem und tiefen Geläuf im Rhein-Neckar-Stadion die vor
allen Dingen im spielerischen und technischen Bereich äußerst limitiert
agierenden Rasenspieler beherrscht, ohne jedoch ihre Überlegenheit in
Zählbares, sprich Tore, umzumünzen.
Dies lag teilweise auch daran, dass Massimo
Morales bei seinem Trainerdebüt mit Georgi
Donkov anfänglich nur einen "gelernten" Stürmer aufbot. Zwar sollte wohl
auch der anstelle von Marcel Rath (fehlte wegen
familiärer Probleme) überraschend im Sturm aufgebotene
Deniz Yilmaz den Bulgaren im Angriff
unterstützen, jedoch gelang dies Yilmaz
nur äußerst selten, so dass bei Vorstößen des SV Waldhof viel zu oft nur
Donkov im Strafraum (umgeben von meist zwei
oder drei Gegenspielern) als Anspielstation verfügbar war und somit häufig
auf verlorenem Posten stand.
Die beiden besten Gelegenheiten in der ersten Hälfte boten sich denn auch
keinem Mitglied der Abteilung Attacke, sondern dem überzeugend agierenden
Defensiv-Neuzugang Victor Matías Bocchio,
der, jeweils nach einem Eckball, eine Direktabnahme sowie einen Kopfball
über das Tor setzte. Chancen der Gastgeber, bei denen der ehemalige
Waldhöfer Viktor Göhring sein
Heimspieldebüt feierte, gab es übrigens überhaupt keine. Erwähnt werden
sollte wohl jedoch, dass man wohl äußerst selten ein Heimteam erleben kann,
dass bereits nach wenigen Minuten (beim einem Spielstand von 0:0) auf Zeit
spielt!

wichtiger Treffer: Gilles
Ekoto-Ekoto Kurz nach Wiederanpfiff bot
sich den Blau-Schwarzen dann die bis dahin größte Gelegenheit, ihrem Coach
einen Einstand nach Maß zu bescheren. Nach einem Freistoß des ansonsten
wieder einmal wenig überzeugenden und behäbig agierenden
Michael Oelkuch legt
Sascha Leitz den Ball im Strafraum per Kopf auf
Georgi Donkov zurück, doch dessen Drehschuss
aus fünf(!) Metern landet über dem Gehäuse des VfR.
Kurz darauf hätte dann
Deniz Yilmaz aus halblinker Position
eigentlich frei auf das VfR-Gehäuse zugehen können, doch leider schloss er
viel zu überhastet bereits kurz hinter der Strafraumgrenze ab und beförderte
das Leder quasi mit einer Rückgabe in die Hände von VfR-Keeper Bertholdt.
Das sollte es jedoch dann auch weitgehend mit der
Herrlichkeit in Blau-Schwarz gewesen sein, denn in der Folgezeit passte sich
der SV Waldhof unverständlicherweise leider weitgehend der biederen Kickerei
der Hausherren an, so dass sich ein größtenteils wenig anschauliches Gebolze
entwickelte, in dem der VfR zu seinen ersten Halbchancen der Partie kam,
ohne jedoch sonderlich gefährlich zu werden.
Alles schien irgendwie auf ein torloses Unentschieden
hinauszulaufen, als es nach 73 gespielten Minuten dann doch noch einschlug.
Leider jedoch nicht im Tor des VfR, sondern im Gehäuse von
Marius Todericiu, wobei dieser Gegentreffer
einen durchaus unsportlichen Beigeschmack hatte!
Was war passiert? Im Laufe des Angriffs der
Rasenspieler prallt Sascha Leitz an der
Strafraumgrenze in der Luft mit einem Gegner derart heftig zusammen, dass er
völlig benommen und regungslos liegen bleibt. Anstatt den Ball jedoch, wie
man es aus rein sportlichen Gesichtspunkten eigentlich machen sollte,
umgehend hinter die Seitenlinie zu befördern, setzt der VfR den Angriff
vollkommen unbeeindruckt fort, der Ball kommt zu
Viktor Göhring auf die rechte Seite
(dort, wo eigentlich eben jener Leitz seine
Position hat!), dieser befördert ihn in die Mitte, wo das Leder irgendwie zu
Ekiz kommt, welcher per Flachschuß mühelos zum 1:0 trifft. Das
Leitz anschließend, immer noch völlig benommen,
vom Platz getragen und ausgewechselt werden musste, sei noch der
Vollständigkeit halber erwähnt.
Abgesehen
vom unsportlichen Beigeschmack dieses Treffers, sollte auch noch Erwähnung
finden, dass Deniz Yilmaz in der ersten
Halbzeit einen eigentlich viel versprechenden Angriffszug des SV Waldhof
unterbrochen und den Ball ins Seitenaus befördert hatte, als sich
VfR-Kapitän Markus Schmid verletzt am
Boden wälzte! Und außerdem: Wäre es nicht auch die Pflicht des
Schiedsrichters gewesen, die Partie ob der augenscheinlich schweren
Verletzung von Leitz sofort zu unterbrechen, um
so die Gesundheit des Spielers zu schützen?! Vielleicht hätten die
Diskussionen über diesen Treffer hohe Wellen geschlagen, wenn die
Rasenspieler die Begegnung letzten Endes auf diesem Weg für sich entschieden
hätten. Im Sport jedoch werden Ungerechtigkeiten glücklicherweise manchmal
umgehend korrigiert und so kamen die Blau-Schwarzen drei Minuten vor dem
Ende doch noch zu einem Treffer. Ein eigentlich völlig verunglückter
Freistoß von Deniz Yilmaz landet
irgendwie an der linken Strafraumgrenze bei Georgi
Donkov, dieser flankt das Leder nach innen Richtung 5-Meter-Raum und
dort kann der kurz zuvor eingewechselte Gilles
Ekoto-Ekoto zum insgesamt hochverdienten Ausgleich einschädeln.
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