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Viel hat wahrlich nicht gefehlt und der SV Waldhof hätte
zwar wieder einmal ein Spiel über weite Strecken bestimmt gehabt, hätte jedoch
am Ende wieder mit leeren Händen dagestanden. Und das wäre dann wohl vor allen
Dingen einem "Maulwurf im OFC-Trikot" (O-Ton Uwe Rapolder)
zuzuschreiben gewesen.

Zum Spiel: Beim SV Waldhof agierte diesmal wieder wie
gewohnt der im Heimspiel gegen Energie Cottbus gesperrte Lamine Cissé auf der
Außenbahn in der Vierer-Abwehrkette, derweil den Part auf der
gegenüberliegenden Abwehrseite erneut Raphael Krauss einnahm. Für ihn musste
Rüdiger Rehm mit der Bank Vorlieb nehmen. Für den gelb-rot gesperrten Mounir
Boukadida spielte diesmal Dariusz Pasieka in der zentralen Abwehrposition neben
Vilmar Santos. Wie gewohnt zeigte der SVW keinen Respekt vor der "Hölle
Bieberer Berg", nahm das Spiel vom Anpfiff weg in die Hand und kam bereits
in der 2. Minute zu einer ersten guten Gelegenheit durch den wieder sehr
kampfstarken Werner Protzel, dessen Hereingabe von der linken Seite des
Fünf-Meter-Raumes jedoch keinen Abnehmer fand. Nicht nur in dieser Situation
wäre es vielleicht besser gewesen, wenn er den direkten Weg zum Tor gesucht
hätte. Nur drei Minuten später war es
erneut Werner Protzel, der aus nahezu der gleichen Position wieder nicht den
direkten Torschuss wagt, sondern es erneut mit einer flachen Hereingabe
versucht, die auch diesmal ins leere ging. Auch in den folgenden Minuten war der
SV Waldhof, vor allem im spielerischen Bereich, die klar bessere Mannschaft und
wieder nur 4 Minuten später hatte Werner Protzel die nächste gute Gelegenheit
aus nahezu wieder der gleichen Position, doch als auch diesmal wieder viele mit
einem direkten Torschuss rechneten, entschied er sich zum dritten Mal für eine
Hereingabe, die auch diesmal, von wegen aller guten Dinge sind drei, keinen
Abnehmer fand. Hätte Protzel auch nur etwas vom sogenannten
"Killer-Instinkt" vor dem Tor, er hätte das Spiel frühzeitig
entscheiden können. Nicht nur in dieser Situation fiel jedoch wieder einmal
auf, daß der SV Waldhof, vor allen Dingen bei Zuspielen und Hereingaben in den
Strafraum des Gegners, viel zu überhastet und unüberlegt agiert und sich so
die besten Chancen selbst zunichte macht. Von den Gastgebern aus Offenbach, die
ihre Stärken sicherlich mehr im kämpferischen Bereich haben, war bis zu diesem
Zeitpunkt außer "Kick and Rush" eigentlich wenig zu sehen, zumal auch
die Abwehr des SV Waldhof vom wie gewohnt umsichtigen Vilmar Santos glänzend
organisiert wurde. Um so überraschender fiel dann quasi im Gegenzug in der 10.
Minute das 1:0, das wohl als eines der kuriosesten Tore in die Geschichte
eingehen und noch in so manchem Jahresrückblick zu sehen sein wird. Der
folgende lange Abschlag des Offenbacher Keepers Curko kommt in den Strafraum des
SV Waldhof, Marius Todericiu will ihn aufnehmen, der
Ball springt wohl auf eine Art Maulwurfshügel, ändert so rapide seine
Richtung, der verblüffte Todericiu rutscht zu allem Übel auf dem
katastrophalen Rasen aus, der Ball geht an ihm vorbei, läuft weiter in Richtung
des nun leeren Tores, der Offenbacher Vladoiu setzt nach, Dariusz Pasieka kann
ihm nicht folgen und so kann Vladoiu unbedrängt abstauben, was den vorherigen
Spielverlauf nahezu auf den Kopf stellte. Der SV Waldhof zeigte sich in der
Folgezeit nur kurz geschockt, hatte auch weiterhin die bessere Spielanlagen, kam
jedoch um, es vorwegzunehmen, bis zur Halbzeitpause zu keiner zwingenden
Torchance mehr. Zumeist lief zwar im Mittelfeld, wo Ottó Vincze sich sehr
bemüht zeigte, jedoch mit den schlechten Platzverhältnissen merklich zu
kämpfen hatte, der Ball schön über mehrere Stationen Wenn es jedoch dann
daran ging, in die Nähe des gegnerischen Tores zu kommen und den entscheidenden
Pass in die Spitze zu spielen, zeigte sich, neben der mangelhaften
Chancenauswertung, die leider schon gewohnte Schwäche des SV Waldhof. Der
wiederum mit enormem Einsatz spielende Laszlo Klausz konnte einem, ob der vielen
Flanken die da ins Tor- oder Seitenaus segelten, fast schon ein wenig leid tun.
Wenn man schon einen kopfballstarken Stürmer wie ihn in seinen Reihen weiß,
sollte man zumindest in Ansätzen in der Lage sein, diesen auch mit
einigermaßen verwertbaren
Flanken zu versorgen. Was an diesem Nachmittag jedoch zum Beispiel von Zhou
Ning, dem diesmal wohl schwächsten Spieler in blau-schwarz, in dieser Hinsicht
abgeliefert wurde, glich, man muss es so krass ausdrücken, fast schon einem
Trauerspiel. Auch hier sollte Uwe Rapolder in der Winterpause den
sprichwörtlichen Hebel ansetzen. Doch zurück zum Spiel. Der OFC agierte nun
geschickt aus einer massiven Verteidigung, zog sich mitunter weit zurück und
lauerte auf Konter, um so daß Spiel vorzeitig zu entscheiden. Zu nennenswerten
Torchancen kamen die Gastgeber jedoch zunächst nicht. Dies sollte sich jedoch
in der 45. Minute ändern. Lamine Cissé bleibt nach einem Foul auf der rechten
Seite des Mittelfeldes liegen. Der schwache Schiedsrichter Gagelmann unterbricht
das Spiel jedoch nicht bzw. lässt nicht die Betreuer des SV Waldhof auf den
Platz, der Ball kommt auf die linke Strafraumseite des SV Waldhof, der
Offenbacher Simon gibt ihn flach in die Mitte, dort steht wieder Vladoiu, doch
David Montero, erneut einer der besten Spieler in Reihen des SVW, kann ihn noch
entscheidend stören, so dass Vladoius Abstauberversuch weit über das Tor geht.
So ging es mit einem aus Sicht des SV Waldhof unverdienten Rückstand in die
Kabinen.

Auch in der zweiten Halbzeit bot sich zunächst das
gewohnte Bild. Der SV Waldhof dominierte zwar auch weiterhin spielerisch die
Partie, agierte jedoch, wie schon in der ersten Halbzeit, im Spiel nach vorne
viel zu harmlos. Die wohl beste Chance bot sich Lamine Cissé, der jedoch eine
Volley-Abnahme nach vorherigem Doppelpass nicht voll traf, worauf der Ball eine
leichte Beute für OFC-Keeper Curko wurde. Die Gastgeber behielten
verständlicherweise größtenteils ihre Kontertaktik bei und kamen bis auf
diverse Fernschüsse zu keinen nennenswerten Torchancen. Positiv beim SV Waldhof
fiel, nicht nur in dieser Phase, erneut der so lange verletzte Raphael Krauss
auf, der nicht nur seinen Part in der Abwehr
zumeist souverän bewerkstelligte, sondern auch im Spiel nach vorne so manchen
Akzent setzte. Das Spiel verflachte nun etwas und man hatte irgendwie nie das
Gefühl, daß der SV Waldhof alsbald den Ausgleich erzielen könnte. Einfach
viel zu ungenau und selten konstruktiv wurde da in der Nähe des gegnerischen
Tores agiert. So war es dann der OFC, der in der 65. Minute zur ersten guten
Gelegenheit in dieser Halbzeit kam. Nach einem weiten Pass in die Hälfte des SV
Waldhof läuft der Offenbacher Maier frei auf Marius Todericiu zu, zieht aus ca.
11 Metern ab und Todericiu kann den Ball gerade noch mit einem tollen Reflex
haarscharf um den Pfosten lenken. In der Folgezeit verstärkte der SV Waldhof
dann endlich den Druck und kam erneut zu einigen guten Aktionen im Strafraum des
OFC, die aber leider wiederum ohne zählbares Ergebnis blieben und nicht zu
erwähnenswerten Chancen führten. Offenbach kam in der Folgezeit zu einigen
guten Konterchancen, die jedoch allesamt von der gut agierenden Hintermannschaft
des SV Waldhof zunichte gemacht, oder aber glücklicherweise vergeben wurden. So
nahm die Dramatik, die in dieser Form wohl nur der Fußball bietet, ihren Lauf.
Etwa ab der 80. Minute startete der SVW dann so etwas wie eine Schlussoffensive
und stürmte nun in der Folgezeit sozusagen mit "Mann und Maus" in
Richtung Tor des OFC. In der 90. Minute scheitert der
eingewechselte Rüdiger Rehm mit einem tollen Flugkopfball aus ca. 7 Metern am
gut reagierenden Curko. Das war es dann wohl gewesen, das war die Chance
zum Ausgleich, dachte wohl jeder, zumal Schiedsrichter Gagelmann immer wieder
zur Uhr blickte und die Zuschauer, so sie denn Anhänger des OFC waren,
frenetisch den Schlusspfiff forderten. Nachdem zuvor von Seiten des
Schiedsrichters vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, legte sich dann
Ottó Vincze unter einem lautstarken Pfeifkonzert in der 93. Minute den Ball zur
wohl letzten Eckball des Spiels zurecht. Diese kommt auf die rechte Seite zu
Laszlo Klausz, der den Ball schön im Rückwärtslaufen in die Mitte köpft und
dort steht der eingewechselte Uwe Wassmer und versenkt den Ball ungehindert per
Kopf zum hochverdienten Ausgleich.

Endlich einmal wieder steht der SV Waldhof nach gut
geführtem Spiel auswärts am Ende nicht mit leeren Händen, sprich ohne Punkte
da. Die in Offenbach gezeigten guten Leistungen, vor allem im spielerischen
Bereich, sollten dem Team nun soviel Selbstvertrauen geben, daß beim nun
folgenden Auswärtsspiel, das wieder einem "Sechs-Punkte-Spiel"
gleichkommt, endlich der erste "Dreier" auf fremdem Platz eingefahren
werden kann. Zeit dafür, wär’s ja eigentlich...

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