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 SV Waldhof II

 Aktuelles Ergebnis:

<02.03.08>

LL - 20. Spieltag

FV Brühl - SVW II
1:3

>> Statistik
 
 

 
18.12.1999
SV Waldhof - FSV Mainz 05  2:1
Aufstellung:

Todericiu, Cissé, Santos, Boukadida, Krauss, Teber (83. Ernst), Montero, Protzel,

Vincze, Licht (84. Rehm), Klausz
Zuschauer:
7.200
Tore:
1:0 Klausz (22.)
1:1 Neustädter (59.)
2:1 Klausz (64.)
Schiedsrichter:
Sippel (Würzburg)
Gelbe Karten:
Cissé, Santos, Klausz
Gelb-Rote Karte:
Schierenberg (FSV Mainz 05 / 90.)
 

Der Dezember gilt gemeinhin als kalter und vor allen Dingen trister Monat, in dem sogar einige Zeitgenossen zu Depressionen neigen. Im Falle des SV Waldhof und seiner Fans hingegen, ist dies wahrlich anders! Nach einem stellenweise hochklassigen Zweitligaspiel gewinnt der SV Waldhof gegen den FSV Mainz 05 mit 2:1, kann so in aller Ruhe Weihnachten feiern und der Rückrunde, zumindest was den Abstiegskampf betrifft, etwas gelassener entgegen sehen. Zehn Punkte aus vier Spielen - die Dezember-Bilanz des SVW kann sich wahrlich sehen lassen!

Im Vergleich zum Auswärtsspiel in Köln agierte diesmal wieder von Beginn an Lamine Cissé auf der rechten Außenbahn, weshalb der in Köln starke Zhou Ning aufgrund der Ausländerregel auf der Bank Platz nehmen musste. Für ihn spielte ,in seinem ersten Match von Beginn an, Selim Teber auf der rechten Außenbahn im Mittelfeld. Der SV Waldhof agierte vom Anpfiff weg mit viel Selbstvertrauen und nahm das Spiel sogleich in die Hand, derweil die Gäste aus Mainz vornehmlich auf die Sicherung ihres Tores bedacht waren. So war es dann auch der SVW, der bereits in der 6. Minute zur ersten guten Gelegenheit des Spiels kam. Nach einem feinen Pass des wieder sehr kampfstarken Werner Protzel in den Strafraum schiebt Ottó Vincze, der diesmal vor allen Dingen in der ersten Halbzeit eine überragende Partie ablieferte und von seinen Gegenspielern kaum zu stoppen war, den Ball an dem aus seinem Tor herausstürmenden Mainzer Keeper Wache vorbei, der Ball läuft in Richtung leeres Tor, dort kann ein Mainzer Spieler, von dem der Ball hoch nach vorne prallt, noch vor der Linie klären und der anschließende artistische Seitfallzieher von Vincze geht nur knapp am immer noch leeren Tor vorbei. Dies hätte bereits die Führung sein müssen. Auch in der Folgezeit bestimmte der SV Waldhof das Spiel, kam jedoch bis auf diverse Distanzschüsse zu keiner nennenswerten Chance mehr. Die Gäste aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt kamen dann ungefähr ab der 15. Minute zusehends besser ins Spiel und hatten durch den Ex-Waldhöfer Gustav Policella, der einst den SVW verließ weil er beim damaligen Trainer Ulli Stielike keine Chance mehr bekam, zu ihrer ersten und zugleich besten Gelegenheit in dieser Halbzeit, die eigentlich ein einem Tor hätte resultieren müssen. Nach einer Unachtsamkeit in der ansonsten sicheren Hintermannschaft des SVW um den wie immer überzeugenden Vilmar Santos kommt Policella ungefähr 2 Meter vor dem Tor des SVW frei zum Schuss, schießt jedoch glücklicherweise den bereits am Boden liegenden Marius Todericiu an, der so gerade noch zur Ecke klären kann. Hiervon ließ sich der SV Waldhof, der weiterhin die klar dominierende Mannschaft war, jedoch nicht beeindrucken, agierte weiter mutig nach vorne und wurde in der 22. Minute dann endlich für die Mühen belohnt. Nach einer Flanke von Werner Protzel kommt der wieder mit großem Einsatz spielende Laszlo Klausz im Strafraum an den Ball und versenkt das Leder per Flugkopfball, den er sozusagen "über der Grasnarbe" trifft, zum vielumjubelten 1:0. Mainz wurde nun mehr und mehr in der eigenen Hälfte "eingeschnürt" und hatte dem Angriffswirbel des SV Waldhof in den folgenden Minuten bis auf diverse unkontrollierte Befreiungsschläge nur wenig entgegenzusetzen. Nur drei Minuten nach der Führung war es dann Ottó Vincze, der das 2:0 hätte erzielen müssen. Nach hohen weiten Pass in den Strafraum, bei dem die Mainzer Abwehr offensichtlich auf Abseits spekulierte, kommt Vincze an den Ball, hebt diesen schön über den aus seinem Tor eilenden Wache hinweg, umkurvt den Keeper, will den Ball in das nun leere Tor schieben und wird jedoch dann gerade noch vom hinzugeeilten Mainzer Klopp, der zur Ecke klären kann, entscheidend behindert. Die alte Fußballweisheit, wonach sich solche vergebenen Chancen im weiteren Verlauf des Spieles irgendwann rächen werden, kam einem zu diesem Zeitpunkt immer wieder in den Sinn. Auch in der Folgezeit bestimmte der SV Waldhof zwar die Begegnung eindeutig, kam jedoch bis zur Halbzeitpause zu keiner nennenswerten Torchance mehr. Ein Sonderlob in dieser Spielhälfte verdiente sich, wie bereits angedeutet, Ottó Vincze, der nicht nur wie gewohnt spielerische und technische Akzente setzte, sondern auch im läuferischen und kämpferischen Bereich zu überzeugen wusste. Auch der junge Selim Teber fügte sich bei seinem ersten Einsatz von Beginn an sofort gut ein und deutete mehrmals an, daß man von ihm in der Zukunft noch einiges erwarten kann. Nicht umsonst wurden sowohl er, als auch Christian Fickert und Hanno Balitsch, die ebenfalls mit längerfristigen Profiverträgen ausgestattet sind, im Januar von Bundestrainer Stielike zu einem Lehrgang der U-18-Nationalmannschaft eingeladen, wobei der SV Waldhof dort die meisten Spieler stellt. Doch zurück zum Spiel. In den letzten 10 Minuten ließ der Druck des SV Waldhof dann etwas nach und so wurde die Begegnung etwas ausgeglichener, wobei jedoch auch die Gäste aus Mainz zu keiner erwähnenswerten Gelegenheit mehr kamen. So ging es mit einer hochverdienten und um mindestens ein Tor zu niedrigen Führung in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wandelte sich das Bild dann zusehends. Mainz nahm das Tempo des SVW an und erhöhte mehr und mehr den Druck, derweil sich der SV Waldhof anfänglich viel zu weit in die eigene Hälfte zurückdrängen ließ und so dem Gegner weite Teile des Spielfeldes überließ. So war es dann auch der FSV, der die ersten guten Gelegenheiten hatte. Nach einer Flanke des eingewechselten Ex-Waldhöfers Robert Ratkowski in der 51. Minute kommt wiederum Gustav Policella freistehend ca. 5 Meter vor dem Tor an den Ball, kann diesem jedoch nicht unter Kontrolle bringen und bugsiert das Leder so ins Toraus und nur wenige Minuten später verfehlt ein Schuss von Dinmohammadi nur knapp das Tor. Dies schien den SV Waldhof endlich etwas aufgerüttelt zu haben und so startete man seinerseits, zumeist über Konter, die ersten konstruktiven Angriffe, wobei diese allerdings wieder einmal zumeist viel zu überhastet und ungenau abgeschlossen wurden. Die Kräfte von Ottó Vincze schienen nun immer mehr nachzulassen und so verlor der SVW, vor allen Dingen im Mittelfeld, mehr und mehr den Faden, was zur Folge hatte, daß die spielerische Linie zusehends verloren ging. So kam es dann, wie es kommen musste. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld des ansonsten wie immer kampfstarken und ungemein agilen David Montero, startet Mainz einen Konter, der von Vilmar Santos mit einem, wenn auch überflüssigem, Foul an der Strafraumgrenze des SVW zunächst gestoppt wird und per nachfolgendem abgefälschtem Freistoß markierte der Mainzer Peter Neustädter in der 59. Spielminute den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich. Gerade in einer Phase, in der man dann eigentlich ob des auch nachfolgenden Mainzer Drucks um den SVW bangen musste, trat dann jedoch wieder der wohl mit kopfballstärkste Stürmer der zweiten Liga in Aktion. Nach einem Freistoß von Sascha Licht in der 64. Minute schraubt sich Laszlo Klausz am höchsten, gewinnt so das Kopfballduell gegen gleich zwei Gegenspieler und bugsiert das Leder mit seinem dritten (Kopfball)Treffer innerhalb von vier Tagen zum 2:1 über die Linie. In den folgenden Minuten entwickelte sich zusehends ein offener Schlagabtausch. Mainz verstärkte erneut, vornehmlich über die linke Seite, den Druck und kam auch zu einigen gefährlichen Szenen im und am Strafraum des SV Waldhof, die jedoch allesamt von der gut agierenden Hintermannschaft zunichte gemacht, oder aber von Marius Todericiu, der diesmal vor allen Dingen bei Abschlägen seine Probleme zu haben schien, vereitelt wurden. Nicht zu überzeugen wusste nicht nur in dieser Phase Lamine Cissé, der, wie schon beim Spiel in Offenbach, auf dem schwer zu bespielenden Boden ein ums andere Mal von seinem Gegenspieler düpiert wurde. Der SV Waldhof kam seinerseits zu einigen, zumindest in Ansätzen, viel versprechenden Konterchancen, die jedoch allesamt nichts einbrachten. Fünf Minuten vor dem Ende kam dann der FSV zu seiner bis dahin wohl größten Chance zum erneuten Ausgleich, doch konnte Raphael Krauss einen Schuss aus kurzer Distanz des eingewechselten Thurk gerade noch vor der Linie abblocken. Quasi mit dem Abpfiff versäumte es dann der SV Waldhof, das Ergebnis noch höher zu schrauben. Nach einer schönen Kopfballvorlage von Ottó Vincze kommt Werner Protzel völlig ungehindert 5 Meter vor dem Tor an den Ball, köpft jedoch den Mainzer Keeper an, der so klären konnte.

Fazit:

Ein enorm wichtiger Sieg für den SV Waldhof, der sich damit zumindest etwas von den Abstiegsrängen absetzen konnte und so einigermaßen beruhigt auf die nun folgende Rückrunde schauen kann. Dort gilt es dann die zuletzt gezeigten guten Leistungen zu bestätigen und sich so hoffentlich vorzeitig den Verbleib in dieser von diversen Experten sogenannten "stärksten zweiten Liga aller Zeiten" zu sichern. Auch wenn, und dies ist beim SV Waldhof ja so üblich, nun bestimmt wieder viele auf den dritten Aufstiegsrang schauen und vom erneuten Aufstieg träumen, sollte alleine der Klassenerhalt das vorrangige Ziel sein. Denn was Aufstiegsträume letztendlich auch bringen können, und das scheint oftmals schon vergessen worden zu sein, das hat der SV Waldhof vor 2 ½ Jahren mehr als schmerzlich erleben müssen.

Die Trainer zum Spiel:

Wolfgang Frank:

"Wir haben uns auf dieses Spiel sehr gut vorbereitet. Wir sind jetzt seit zwei Tagen in Mannheim. Wir sind natürlich enttäuscht und es ist auch ein wenig ärgerlich, daß wir hier nicht gewonnen haben, oder zumindest einen Punkt mitgenommen haben. Ich glaube, wir haben etwas zaghaft begonnen und der SV Waldhof hat mit einem hohen Rhythmus und hohem Tempo begonnen. Wir haben uns da zu Beginn des Spiels zu wenig gewehrt. So kam es dann zu ein, zwei gefährlichen Situationen. Wir haben eigentlich 20 Minuten eher verhalten gespielt und das war sicher ein Problem. Wir haben uns dann im Verlauf des Spiels gesteigert. Vor allem in der zweiten Halbzeit denke ich, haben wir wirklich gefightet und auch die Chancen gehabt. Dann kam auch der Ausgleich und dann hatte auch eigentlich auch das Gefühl, daß wir das Spiel noch gewinnen werden. Dann kam eben der Freistoß und dann war natürlich alles wieder ein wenig schwieriger. Wir mussten dann noch mehr aufmachen und noch mehr Risiko gehen. Im Verlauf des Spiels war es einfach so, daß man die Risiken erhöhen musste. Dann kam es zu einigen gefährlichen Kontern und wir hatten auch noch einige Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Insofern ist es ein wenig ärgerlich, daß wir das Spiel verloren haben. Im großen und ganzen muss ich sagen, daß ich mit der Mannschaft zufrieden war. Ich denke, wir haben über weite Strecken sehr gut gespielt gegen einen Gegner, der sehr guten Fußball gespielt hat und sehr stark war. Meine Mannschaft ist niedergeschlagen und ich glaube, es war mehr möglich. Auf der anderen Seite sind wir auf einen Gegner getroffen, der mittlerweile auch eine sehr hohe Qualität hat. Ich denke, wir werden die Niederlage verarbeiten und müssen sie verarbeiten, da wir uns jetzt unmittelbar nach dem Spiel auf Bayern München vorbereiten."

Uwe Rapolder:

"Wir haben in sieben Spielen 5 Punkte geholt und seitdem haben wir in zehn Spielen 18 Punkte gemacht. Das ist eine ganz beachtliche Leistung. Das ist ein klarer Aufwärtstrend und meine Mannschaft hat das heute auch bestätigt. Wir sind jetzt die viertbeste Heimmannschaft in der Liga und hier kann man schon mal verlieren. Wir haben heute in der ersten Halbzeit aus meiner Sicht das beste Spiel gemacht, seit ich hier Trainer bin. Wir haben konsequent nach vorne gespielt mit viel Selbstvertrauen. Wir haben uns vier, fünf klare Chancen herausgespielt und trotzdem waren die Mainzer stets gefährlich. Ich meine schon, dass das ein Topspiel war, für Zweitligaverhältnisse. Man ist als Trainer natürlich immer sehr subjektiv, aber aus meiner Sicht hat es gut ausgesehen. Wir waren in der ersten Halbzeit die klar dominierende Mannschaft und hätten da mit einer höheren Führung in die Pause gehen müssen. In der zweiten Hälfte war das Bild etwas gewandelt. Es war für uns natürlich auch das dritte Spiel in sechs Tagen. Das war schon ein hartes Stück Arbeit. Die Mannschaft hat dann in der zweiten Halbzeit auch ein wenig Tribut zollen müssen. Die Mainzer sind immer stärker aufgekommen und machen dann das 1:1 und da musste man wirklich kurz Angst haben, wobei ich mir sicher war, daß wir heute gewinnen, weil sich im Fußball alles ausgleicht. Wir haben uns mit unserer Arbeit heute den Sieg verdient. Für den Laszlo Klausz möchte ich nochmals kurz eine Lanze brechen, nachdem ich daß schon einmal gemacht habe. Laszlo Klausz ist der typische Mittelstürmer moderner Prägung, der als erster das Pressing einleitet bei Ballverlust, der die Bälle unermüdlich hält, der ballsicher ist mit dem Rücken zum Tor, der der Mannschaft Gelegenheit gibt nachzurücken. Er ist ein ganz wichtiger Spieler und manchmal ist es schon so, daß die Leute außenrum die Geheimnisse des modernen Fußballs halt noch nicht so begriffen haben. Ich hoffe, daß Laszlo Klausz einmal die Anerkennung bekommt, die ihm gebührt. Er war heute der Matchwinner für uns, das ist ganz klar, ohne daß ich die anderen Spieler schmälern will. Wir haben heute die Aufwärtstendenz bewiesen gegen einen starken Gegner. In einem sehr hochklassigen Spiel für Zweitligaverhältnisse haben wir am Schluss den längeren Atem gehabt und haben gewonnen. Wir haben im Dezember 10 Punkte gemacht, das war in guter Monat. Ich hoffe, daß wir in der Rückrunde diesen Aufwärtstrend bestätigen. Ich hoffe auch, daß wir im ersten Rückrundenspiel gegen Nürnberg mehr Zuschauer haben als heute."
 


 

   Aktuelles Ergebnis:

29.02.08

OL BW - 20. Spieltag

SVW - VfL Kirchheim
2:1

>> Statistik

   Nächstes Spiel:

06.03.08 - 19:30 Uhr

OL BW - 21. Spieltag

S. Kickers II - SVW

Tabelle
  Sp. Pkt.
01. Freiburg II 20 44
02. SV Waldhof 20 44
03. Heidenheim 19 39
04. Ulm 19 39
05. Walldorf 19 38
06. Villingen 19 34
07. Hoffenheim II 20 34
08. Crailsheim 19 32
09. Gmünd 20 31
10. Großaspach 20 28
11. Freiberg 20 25
12. Nöttingen 20 23
13. Bahlingen 20 16
14. Kirchheim 20 14
15. Linx 20 14
16. Schwieberdingen 20 13
17. VfR Mannheim 20 12
18. Schwieberdingen 19 10